Bremse rechts hinten fest… Mein Alibi

Kurzer oder langer Blog… Über was mein Passat L wieder für Zicken gemacht hat und was mein Alibi für ein paar Tage ohne Vorlesung und für mein Nicht-Erscheinen am Bundesparteitag der Piraten in Chemnitz:

Man fährt auf der Landstraße heimwärts, gemütliche 70, plötzlich knirscht es an der Hinterachse… Das Rad auf der Beifahrerseite blockiert…

Ich hab dann im Straßengrabe einige große Steine in den Kofferraum geworfen, damit sich das Rad die letzten km nach Hause noch dreht…

Also kurz was man alles Probieren kann, wenn einem die hintere Trommelbremse plötzlich fest wird…

Als erstes: Versuchs doch mal mit „Normal zerlegen…“ Also die Fettkappe (1) runter, Splint (2) rausziehn, die Krone (3) abnehmen, die Mutter (4), die Fixierscheibe (5) und das vordere Radlager (6) abnehmen. Dann sollte die Bremstrommel (7) in der Regel lose sein. Man sollte dann noch hinten den Nachsteller (12) etwas aufdrehen, da sich die Beläge (13) in der Trommel (7) einen bis zu einem mm hohen Krater am Rand der Trommel (7) stehen lassen, über die die Beläge nicht mehr drüber kommen. Dann kann man i.d.R. alles entnehmen und schaut rein was los ist.

Pech bloß, wenn dieser Nachsteller (12) bombig fest ist und das trotz 2-3 Dosen Rostlöser auch bleibt. Bei mir war hatte ja wie gesagt das Rad blockiert, weshalb ich gehofft hatte, mit dem Zurückdrehen des Nachstellers (12) die feste Bremse lösen zu können. Wie gesagt, auf den Nachsteller (12) war kein Verlass – er blieb fest.

Wenn man dann auch noch einfach etwas mehr Kraft mit dem Schraubendreher auf den Nachsteller ausübt sind auch noch ganz schnell die Zacken vom Nachsteller ab. Also habe ich als nächstes versucht, die Trommel (7) mitsammt Bremse rauszunehmen. Dazu löst man von hinten den Radbremszylinder (16) mit der Schraube (15) und durch herausdrehen des Flansches von der Bremsleitung (20). Der nächste Angriffspunkt sind die beiden Klammern (9), die die Bremsbeläge (13) federnd über einen Stift (10) zur Rückplatte (19) verbinden. Die kann man von hinten abflexen. Trommel und die Klammern mitsamt der Stifte fallen ins Trommelinnere. Die Bremsbacken haben dann nur noch ein Auflager: Auf der Innenseite der Rückplatte (19) sind unten Führungsschienen.

Aber auch dieser Versuch ist grandios gescheitert. Die Bremsbacken (13) hatten sich also folgenderweise verkeilt: Unten das Auflager, oben ein Bremssteller, der aus einem mir bis dahin nicht bekannten Punkt oben die Bremsbacken (13) auseinanderdrückte und die Bremstrommel, die dagegendrückte.

Da es keinen Weg gibt, ins Trommelinnere zu kommen, außer die Trommel (7) abzunehmen, musste ich am Ende die Trommel (7) mit der Flex maltretieren. Dazu habe ich vorne ein paar Schnitte durchgeführt, so dass ich die Stirnseite der Trommel (7) mitsammt den Radlager usw. abnehmen konnte. Dann den schon gelösten Bremszylinder (16) entnehmen und nach oben hin den verbleibenden Trommelring zerflexen. Achso bevor man ein Teil zerstört, sollte man natürlich auch das Ersatzteil bereitliegen haben… In dem Zusammenhang kann ich nur Firma Anton Demmel, Bremsen- und Schrauben-Zentrale, Siemensstraße 2b, 85521 Ottobrunn, 089 / 609 33 27 empfehlen, der die Bremstrommel recht schnell zusammen mit Radlagern auftreiben konnte (Nein, er hat keine Webseite, deswegen Adresse und Telefon).

Nun Situation: Die Trommel ist runter. Ich weiß jetzt was los ist/war: Irgendein Stein oder so ist durch ein offenes Loch in der Rückplatte (19) hinten in die Trommel gelangt und hat darin – aufgewirbelt von der Drehung, immer wieder den Nachsteller (12) getroffen. Einerseits hat dieser sich dadurch gedreht – und dass er das nur in eine Richtung gemacht hat, ist dadurch zu begründen, weil der gleiche Stein das Stückchen Gewinde davor durch seine Treffer auch immer wieder bearbeitete, drehte sich der Nachsteller (12) nur Richtung „FEST“ – Bis die Bremse fest war.

Ok sehr gut. Da jetzt Samstag abend ist, werde ich auch meinen Karren nicht vor Montag Abend wieder flott bekommen – da ich umbedingt einen solchen Nachsteller brauche – den es Original nicht mehr wirklich gibt…

So dann – damit alles, was ich hier schreibe verständlich wird, zitiere ich noch den Originalen VW Reperaturleitfaden, Repereraturgruppe 46, Seite 14:

Scan der Seite 14, Reperaturgruppe 46 des originalen VW Reperaturleitfadens für Passat L

Scan der Seite 14, Reperaturgruppe 46 des originalen VW Reperaturleitfadens für Passat L

Achso…

Ein paar Bilder – insbesondere die Schnittstechnik bei der Öffnung der Trommel – stell ich nachher noch Online… Und da ich schon gefragt wurde: der Reperaturleitfaden ist komplett eingescannt, da ich den auf dem Laptop leichter mitnehmen kann – und so auch nicht die Dokumente der Feuchtigkeit im Auto aussetze. Und da ich mich nicht von eventuellen Vertretern der Urheberrechte von VW abschießen lassen will, stell ich den – so gern ich es täte – nicht zum DL bereit. Aber es gibt ja andere – natürlich legale – Wege…

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