Piraten und das CO2 – „Denk selbst!“-Ergebnisse

Ich achte Al Goore. Sein Buch „Wege zum Gleichgewicht“ hatte ich damals noch vor seiner  Kandidatur gelesen. Der gute Mann kann eins: sich verkaufen. Wie er das am Ende tat hat mich aber zurückgeschreckt, was den Mainstream zum CO2 und dem Klima angeht. Bilder zu machen, wie irgendwelche Städte untergehen ist ja schön und gut, aber eigentlich nur  plumpe Meinungsmache unterhalb dem Niveau der Bild, weil dort gibt es wenigstens noch nackte Frauen.

Jetzt, ein paar Jahre nachdem dieser Film einen ganz neuen Mainstream rund um „Öko“ ausgelöst hat, möchte ich mal reflektieren:

Wir diskutieren über die Weltrettung. „Diese Welt muss gerettet werden!“ Wovor? Vor wem? Die eigentlich richtige Antwort müsste lauten: Vor uns! und vor allem unserer Idiotie.

Diese offensichtlich richtige Antwort findet man aber im aktuellen Mainstream kaum wieder. Nein, der CO2-Mainstream, also die Panikmache um den Klimauntergang wurde inzwischen komerzialisiert. Die Verkaufsversuche der beteiligten Firmen erinnern mich etwas an den Fallschirmverkäufer auf FOX, der Fallschirme für Hochhaussprünge nach den Flugzeugattacken in New York verkaufen wollte (kommt auch in irgendeinem Micheal Moore-Film vor).

Auch die Welt als ganzes ist nun nicht mehr vor unseren Eingriffen sicher. Nicht dass sie es bisher war, aber bestimmt waren solche gigantische Eingriffe noch nie diskutabel und gesellschaftsfähig: Geoengeneering nennt sich der Unsinn, der durch tausende Tonnen Schwefel in der Athmosphäre, durch Spiegel im Weltall usw… versucht, die Welt zu retten. Man kann diskutieren ob das alles funktioniert oder nicht, allein schon der Ansatz ist vergleichbar mit einem bunt angemaltem Zaun als Sichtschutz  rund um eine Mülldeponie, damit sich der Konsummensch nicht anpassen muss.

Bezüglich Müllkippe gibt es noch eine riesige Menge anderer idiotischer Vorschläge zur  Weltrettung, deren Spannweite von der Verpressung im Boden bis zur Verklappung in Meeren reicht. Das Problem, die Müllentstehung wird dabei aber tunlichst nicht angefasst. Ich denke das der aktuelle Unsinn daher rührt, dass schon der Fokus falsch gesetzt wird. Durch eine immer wieder gemachte Umrechnung von allerlei Schadstoffen in deren  CO2-Äquivalente wird der Fokus immer wieder nur auf das CO2, das Klima, den Weltuntergang gelenkt.

Dass Holland wegen Fertilitätsproblemen aussterben wird bevor sich das Wasser dann unbewohntes Land zurücknimmt ist bei der aktuellen CO2-Debatte egal, so lang man damit Panik verbreiten kann, dass Holland untergehen wird.

Ich distanziere mich daher Ausdrücklich vom aktuellen Mainstream rund um das CO2!

Andere, die diese Panikmache und dessen Auswirkungen auch kritisieren versuchen deswegen, das CO2 wegzudiskutieren, womit sie aber in eine Schlacht ziehen, die weder relevant noch zu gewinnen ist.

Aufgrund immer wieder verkehrt gemachten Ansätze in der Argumentation rund um den CO2-gemachten Weltuntergang werde ich zu kommenden Parteitagen ein Positionspapier einreichen, das eine andere Argumentationsrichtung festsetzen soll, die es mir nicht mehr über Äquivalentenrechnung erlaubt, einen SUV mit 15l/100km zu fahren, „weil ich nicht drauf verzichten kann“, und mich trotzdem als Umweltheld fühle, weil ich eine bestenfalls 5 kWp starke Photovoltaikanlage auf mein Dach hab schrauben lassen (Anspielung auf aktuelle Werbung gewollt).

Die Argumentation, die nicht zu solchen Trugschlüssen führt, basiert auf dem Gedanken des Kreislaufes. Grob gesagt entstehen Güter, werden dann konsumiert und entsorgt. Der Müll wird aufbereitet und zum Rohstoff neuer Produkte. Wenn man diese Argumentation zu Ende denkt, dann sind wir so lange nicht dauerhaft existenzfähig, wie wir Rohstoffe aus der Erde fördern müssen.

Nun könnte man ja sagen Sonnenenergie kann aber nicht im Kreis laufen. Und die mit Windkraftstrom laufende Glühbirne wird nicht zu neuem Wind beitragen, man muss also Energiepolitik ausnehmen.

Nein muss man nicht. Das mir vorschwebende Modell dreiteilt die Rohstoffe, die nicht aus der Entsorgung eines anderen Produktes kommen in solche die wir „ausbuddeln“ (bekannt als fossil), in solche die immer wieder mal nachwachsen (regenerativ) und in solche, die da wir  dadurch verschwenden, in dem wir sie nicht nutzen (generativ) zum Beispiel in der Energiegewinnung Wasser, Wind, Sonne.

Langfristige Ziele sind also

  • Alles im Kreislauf befindliche weiter zu zirkiulieren
  • Was man dann nicht decken kann aus generativen Rohstoffen zu machen
  • Was immer noch nicht reicht, aus regenerativen zu machen, jedoch so, dass deren Regeneration nicht beeinträchtigt wird.
  • Bergbau komplett einzustellen (spätestens dann wenns nichts mehr in der Erde gibt geht das auch von alleine),
  • Im Kreislauf befindliche Stoffe nicht aus diesem herrausfallen zu lassen.
  • Beim im Kreis laufen die Auswirkungen in unsere Lebensgrundlagen möglichst minimiert werden.

Einfachste Möglichkeit das zu Erreichen:
Kreislauffähigkeitsprüfung und „Konformitätserklärung zur Kreislaufwirtschaft“ – ähnlich wie das CE – Zeichen und die Handelsbeschränkungen für Produkte ohne diese Auszeichnung. Damit attestiert der Hersteller seinem Produkt, dass es an sich Kreislauffähig ist und dass unter den aktuellen Gegebenheiten das Produkt in diesen Kreislauf seine Rohstoffe immitieren wird. Übergangsmäßig kann man ja eine linear steigende Quote nehmen.

Was wird das nun am CO2 ändern?
Ganz einfach: Wenn ich meinen SUV bewege, zieht irgendwer für mich Öl aus der Erde. Nach der „unvermeidlichen“ Fahrt zum Kindergarten ist nun Müll entstanden, der nicht im Produktkreislauf weiterreisen kann. Dieser aerosole Müll ist dann da. Egal ob ich eine PV-Anlage habe oder nicht!

Darüber hinaus bekommt dann das CO2 in einer Vielzahl von Problemen eine angemessene Rolle. Und es wird das eigentliche Problem angepackt: Die Entstehung von Müll – anstatt mit Geoingeneuren über die Höhe der Sichtschutzmauer für die aerosole Müllkippe zu diskutieren.

Randeffekt: Durch die Einstufung von Wasser, Wind und Sonne als Rohstoffe muss man auch solch neukolonialistische Projekte wie Desertec überdenken.

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5 Antworten zu Piraten und das CO2 – „Denk selbst!“-Ergebnisse

  1. Laird_Dave schreibt:

    Das Papier hätte zumindest meine Unterstützung. Vorausgesetzt, es ist vernünftig formuliert. Mitarbeiten ist leider mangels Zeit selten möglich.

  2. Seibt, Doris schreibt:

    Lieber Anderas,
    schick mir doch bitte den, bevor du es als link ins Netz stellst als korrigierbare Datei. Ich werde auch nur die Fehler (Komma usw.) korrigieren–nichts anderes.
    So hast du super Ansätze–die Leute, die aus der Region für die Region arbeiten und konsumierend und produzierend kreiseln, sollten Sonderkonditionen bekommen in unserem neuen System.

    viele Grüße
    Doris

    • ka4015 schreibt:

      Hallo Doris,

      ich glaube nicht, dass es nötig ist Kommakorrekt zu sein. Das hier ist mein Blog, also eine „Gedankenwüste“. Da lege ich nicht so viel Wert auf Rechtschreibung und Kommasetzung.

  3. FischMensch schreibt:

    Wichtig ist das keine Konzerne die Energieversorgung übernehmen sondern möglichst viele dezentrale Anbieter aus der Region. Monopole haben noch nie gut getan 😀

  4. Markus schreibt:

    Eröffne doch einfach mal ein Pad, und gemeinsam mit der AG Umwelt setzen wir (AG Bauen und Verkehr) uns dann mal dran und arbeiten das vernünftig und beschlussfertig aus. Dann reichen wir das als Programmantrag beim BPT ein, und in 10 Jahren kommt der Antrag dann auch mal zur Abstimmung…

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