Der bamherzige Samariter – 2012!

Ich habe letzte Woche am Freitag vorm Staatsministerium der Finanzen des Freistaates Bayern am Odeonsplatz eine kleine aber feine Demo abgehalten.

Protestiert wurde gegen die „Drucksache 317/11“ des Bundesrates – ein „Entwurf eines Gesetzes zur Optimierung der Geldwäscheprävention“. Nichts böses, mag man denken, bis man das Gesetz durchstöbert – bei jeder Seite erzittern muss – und auch folgende Zusammenfassung der Kritikpunkte findet: http://www.mmnews.de/index.php/politik/8103-stasi-30-neues-geldwaeschegesetz-2012

In der Kürze zusammengefasst ist demnächst Bargeld über tausend Euro Pfui. Egal ob beim Händler oder bei der Bank, alles wird registriert und erfasst. Ihr könntet ja den Terror finanzieren, Ihr Bargeldterroristen. Und irgendwie kam mir grade in einer halbwach und halbschlafenden Zeit die Vorstellung in den Sinn, wie die Geschichte des bamherzigen Samariter in einer deutschen Großstadt 2012 ablaufen würde, nachdem fast ein Jahrzehnt christliche Politik von der Union gemacht wurde:

„Es fuhr ein Mann U-Bahn. Unterwegs stiegen viele Betrunkene an der Teresienwiese zu. Es war Wiesenzeit. Einer davon meinte, der Mann neide um seine Frau und schlug ihn zusammen. Dann machte er sich davon und ließ ihn halbtot liegen.

Nun reiste zufällig ein anderer Arbeiter den gleichen Weg. Er erblickte den Mann und wendete seinen Blick ab.

Ebenso war ein Lehrer in der Bahn. Er verfolgte die Szene, wendete sich ab, weil es gab ja noch die Überwachungskameras.

Ein Asylbewerber dessen Duldung seit 2 Tagen ausgelaufen war saß in der gleichen U-Bahn. Auch er sah den Mann liegen. Aber er hatte Mitleid mit ihm. Er ging zu dem Verletzten hin, und leistete erste Hilfe.

Da er gesucht wurde konnte er nicht den Rettungsdienst rufen.

Er ließ also aus seinem Kulturkreis einen Arzt kommen. Doch dieser war hochspezialisiert und nicht sicher, ob er je mit irgendeiner Kasse verrechnen könne. Zudem hatte der Mann auch keine entsprechenden Karten dabei. Da der Asylbewerber all sein Hab und Gut mit auf die Flucht genommen hatte, gab er es großzügig dem Arzt, damit dieser den Mann behandle.

Der Arzt konnte aber auch das Geld nicht nehmen. Es war zu viel, er würde sonst auffallen, verdächtigt und durchsucht.“

(sorry sonst schreib ich normalerweise nicht über meine Albträume – aber einen schlimmeren wie eine Gesellschaft in der es keine Nächstenliebe mehr geben darf gibt es nicht.)

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