Elektromobilität – ein weiterer Subventionskropf

Aus allen Rohren wird die Elektromobilität beschworen. Und ja ich habe selbst schon ein Pedelec ausprobiert und mit dem etwas unförmigen Fahrzeug „CityEL“ geliebäugelt – den es damals für etwa 10000 € geben hätte können.

Beides habe ich aber verworfen: Der Cityel war deswegen in mein Augenmerk gerückt, da er 5 Jahre keine KFZ-Steuer abführen muss und man trocken von A nach B kommt. Außerdem war trotz meiner hohen Fahranfängereinstufung die KFZ-Versicherung angenehm niedrig. Das Pedelec hatte ich mir zur „Wiederbelebung“ meines 120kg-Luxuskörpers überlegt, da ich in meiner jetzigen Verfassung offen gesagt nicht in der Lage bin, mit einem Fahrrad ohne Unterstützung zu fahren (Asthmagefahr beim Anfahren oder Unterführungen machts leider unmöglich). Beide Überlegungen hatten also nichts mit der Technik oder dem grünen Anstrich der Fahrzeuge zu tun. Es kann also gute Gründe für Elektromobilität geben – seien sie medizinischer oder finanzieller Natur. Aber aus Energiespar- oder Energiewendegründen ist das Elektroauto eigentlich nur eine Sackgasse:

Sollte die Automobilindustrie mal irgendwann ein Elektroauto auf den Markt bringen, dass massenhaft Abnahmer findet, wird das am gesamtdeutschen Energieverbrauch nahezu nichts ausrichten. Auf die deutschen Masstäbe betrachtet kann und wird nicht mal eine nennenswerte Menge Treibstoff eingespart. Eine weitere direkte Subvention der Autoindustrie „für Akkuforschung“ ist daher eigentlich unverzüglich einzustellen!

Der Grund warum, gemessen am gesamtdeutschen Verbrauch, nicht viel Energie eingespart werden kann, ist, eigentlich ganz einfach. Der deutsche Bürger verplempert an anderen Stellen so viel Energie in einem Jahr, wie er mit einem Autoleben nicht verbraucht.

Das einfachste Beispiel ist die Wohnung: Ich lebe in einer 90 m² Wohnung. Die ist irgendwann in den 70er Jahren als Austragshaus für die „Alten“ einer nebenanlebenden Bauernfamilie gebaut worden (der Generationenvertrag am Land funktioniert etwas anders). Das Haus hat 2 Wohnungen übereinander. Kellerdecken und Dachboden sind nicht gedämmt, die Fenster wurden vor etwa 10 Jahren auf einen aktuellen Stand gebracht.

Von der Abrechnung her weiß ich dass ungefähr 3600 l Heizöl je Jahr verbrannt werden (ganzes Haus). Heizöl ist nun chemisch nicht so verschieden von Diesel. Wenn man mal einfach durchrechnet wie weit man damit kommen würde, kann man echt erschrecken: 60000 km!

Mit etwa 20.000-30.000 km bin ich schon eigentlich ein Vielfahrer. Aber 2 bis 3 Jahre Fahren gehen nur drauf, damit ich hier abends im Warmen sitze! Muss man sich mal vorstellen.

Wenn man diesen Gedanken mit dem, dass man demnächst Unmengen Windstrom verbrauchen möchte „kreuzt“, dann muss man doch feststellen, dass Elektromilität ein total falscher Ansatzpunkt für einen Schwenk von Öl auf Wind ist.

Diese Denkweise kann ich auch mit Zahlen des statistischen Bundesamtes hinterlegen:

2005 verbrauchten Wir etwa 9300 Petajoule Energie. Davon 28% für den Verkehr und 29% für die Haushalte.

Man könnte ja jetzt noch meinen dass das sich ja die Wage halten würde, was man davon auf Elektrizität umstellen würde. Das tut es aber eigentlich nicht. Dazu muss man die einzelnen Sektoren etwas aufgliedern:

Die Heizung macht rund 80 % des Energieverbrauchs im Haushalt aus. Damit verschlingen private Heizanlagen etwa 2157 Petajoule Energie.

Eine zuverlässige Zahl, wie davon Öl ist habe ich nicht gefunden, da die Anzahl der Ölheizungen im Vergleich zu anderen Heizungen nichts über deren Verbrauch sagt (Wohnungsgröße und weitere Faktoren spielen hier mit rein). Aber selbst wenn man nur von 30 % ausgeht (Annahme) erreicht man ein Umstellpotenzial von mindestens 647 Petajoule.

Im Verkehrsbereich gliedert sich der Verbrauch auf mehrere Verkehrsträger. Demnach sind es also rund 80 % (zwei Quellen gefunden mit 78% und 83%), dessen was in als Straßenverkehrskraftstoff verkauft wurde. Davon muss man jedoch Lieferwägen, LKWs und Busse abziehen, da diese auf absehbare Zeit keine Batterien bekommen können, wenn Sie mehrere Hundert Kilometer pro Tag zurücklegen müssen. Ebensowenig dürften Traktoren, Panzer und Baumaschienen elektrifizierbar sein. Wenn ich also die Kraftstoffe nur für PKWs errechne komme ich auf rund 40 % der verkauften Kraftstoffe. Davon müsste man nochmal die Firmenfahrzeuge von Vertretern abziehen, die hunderte Kilometer durch Deutschland düsen oder den kleinem Selbstständigen, der alles Werkzeug in einen Kombi reinpackt oder den Pflegedienst, der im Stundentakt die Wohnung wechselt – ich hab hier aber keine Zahlen mehr gefunden und nehme etwa 50 % Rest an, weil Firmenfahrten i.d.R. länger sind als Privatfahrten.

Wenn man also von der Primärenergie also ausgeht kommt man auf rund 471 Petajoule.

Elektromobilität stellt also nicht nur einen geringeren Anteil dar, sondern, wie man es an den Subventionen merkt, ist noch nicht fertig entwickelt. Wer nur blind davon quatscht, dass die armen Autokonzerne ja Geld für die Entwicklung bräuchten, verkennt also nicht nur die tatsächliche Lage sondern schenkt den Reichen noch mehr.

Wärmepumpen und Dämmtechnik sind seit Jahrzehnten eigentlich so weit erforscht, dass man ein Haus vernünftig dämmen und auch elektrisch heizen kann. Auch Wärmespeichertechnik (Schichtladung), Solarkollektoren und vieles mehr sind eigentlich ausentwickelt und schon in Serienproduktion mit vielen zufriedenen Kunden.

Es liegt also viel näher, statt BMW, VW und Mercedes mit weiteren Milliarden zu stopfen, die Gebäude Deutschlands mit diesen Geldern zumindest teilweise zu effizienten „Stromheizern“ zu machen oder zumindest dort weitere Förderpunkte wie zinslose kfW-Darlehen zu erstellen.

Ob ein Elektroauto Energie spart, wenn es nach Bauart „Mercedes“ mit allem Unfug der Welt ausgerüstet wurde – bzw. ob es dann noch unter 3,5 t als PKW fahren darf, ist eine Fragestellung von der mich noch niemand positiv überzeugen konnte. Und es ist daher für mich nicht verwunderlich, dass Mercedes und die anderen deutschen Hersteller erst mit Geld dazu „gezwungen“ werden mussten, das Thema in Ihr Blickfeld zu rücken. Mit wie viel Steuergeld will man also noch werfen, bis ein Mercedes mit Akku serienreif wird?

Der Weg weg vom Öl fängt auf jeden Fall nicht mit individueller Elektromobilität an, wenn diese noch am Akku tüftelt. Abgesehen davon: Fahrgäste von Bus & Bahn wehren sich nicht gegen Stromantrieb, so lang der Bus / die Bahn pünktlich bleibt – Nicht-individuelle Elektromobilität ist seit über 50 Jahren robust und einsatzfähig.

Das der PKW total überschätzt wird, zeigt auch folgende Grafik, auch wenn die schon etwas älter ist:

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Eine Antwort zu Elektromobilität – ein weiterer Subventionskropf

  1. Renkenstein schreibt:

    Endlich mal jemand, der sich einmal genau die richtigen Gedanken gemacht. Der Privatverkehr ist nicht unser Problem. Ich denke mal, jeder könnte sich an den Umstand gewöhnen, das sein Auto zum Beispiel für den Rest des Tages nur noch für 60 km Strom hat. Dann schränkt man die Fahrten eben ein, bis der Akku wieder geladen werden kann. Aber da kommen wir gleich zum nächsten Problem. Wo zum Teufel lade ich mein Auto auf. Für Eigenheimer steht die Steckdose in der Garage bereit. Und die Laternenparker ? Wer einmal nachts durch die Hamburger Innenstadt, speziell in Wohngebieten, fährt, macht sich erst einen Begriff davon, was für eine Strom-Infrastruktur geschaffen werden muss. Wieviele Steckdosen bräuchte man ? Was macht der 11. , wenn nur 10 Dosen da sind. Er hat zwar einen Stellplatz aber keine Steckdose. Doppelstecker ?
    Und dann die Strommenge. Eine Elektroauto hat angenommen eine Leistung von 50 kw oder auch 68 PS. Stehen in einer Wohnstraße 100 PKW so, bräuchte man schon 5000 kw um allen Fahrzeugen in einer Stunde jeweils 50 kw in die Batterie zu speisen. Ich rechne lieber nicht weiter, denn allein in HH sind 700000 PKW zugelassen …………. Selbst wenn nicht alle zur gleichen Zeit geladen werden, ist das ein gigantischer Wert und meiner Meinung nach nicht zu stemmen.
    Was bleibt ? Gute Frage. Wasserstoff aus Elektrolyse wäre aus den oben genannten Gründen eine Lösung. Aber woher die Energie beziehen. Windräder sind nicht wirklich effizient.
    Solarzellen ? Auch nicht wirklich. Ich glaube, wenn man den ganzen New Energie Hype einmal nüchtern durchrechnet, kommt man zu dem Ergebnis, das ohne Subventionen diese Energiearten garnicht am Leben wären, weil jeder vernünftige Kaufmann sagen würde: Ne, lass man stecken Auch wenn die Energiebilanz bei der reinen Herstellung jetzt leicht ins Positive rutscht. Der Brüller ist das nicht.

    Es ist ähnlich wie mit den Superengergiespar-Autos. Kosten 3500.- € mehr und sparen auf 100 km vielleicht 1 Liter. Wenn überhaupt. Nach 200.000 km hat man dann 2000 liter gespart. Auf wessen Kosten. Auf Kosten der Umwelt: Die Herstellung kostet eine Menge Energie, der Vertrieb und das Marketing kostet Energie und und und…… Energie kostet zwar die Herstellung jedes Produktes, aber bezogen auf die Sparleistung genau dieses Produktes reduziert sich das Ganze schon erheblich und von den gesparten 2000 Litern bleiben vielleicht 1000 übrig, wenn es denn überhaupt 2000 waren.

    Und als letzte Frage: Wir wollen auf Elektroautos umsteigen, weil Öl endlich ist ? Was ist mit den benötigten Rohstoffen für Batterien ?

    Ich glaube, es wird in naher Zukunft Rohstoff-Kriege geben. Unser ehm. Bundespräsident sagte es ja unverhohlen: Wir sind in Afghanistan ja nicht nur wegen der Taliban, wir müssen dort auch unsere wirtschaftliche Position stärken. ! Noch Fragen ?

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