AG’s und die Strukturen…

Gestern wurde auf dem Bundevorstandsportal diese AG-Strukturierung zur Diskussion gestellt.

Wer kurz vor den Wahlen mit solchen Konzepten und Vorschlägen kommt, oder diese auf dem Bundesvorstandsportal zur Diskussion einstellt, bestätigt damit von Taktik noch nie was gehört zu haben. Aber der einstellende Pirat hat sich vermutlich von den Erstellern Simon und Dirk so lang belullen lassen, bis er es halt getan hat, denn auch inhaltlich kann man ungefähr dort aufhören zu lesen, wo der Ersteller ernsthaft vorschlägt, die innere Struktur der Grünen den Piraten überzustülpen, da die Größen der beiden Parteien ähnlich seien.

Deswegen hagelt es in den Kommentaren Kritik – eine besonders fundierte Kritik hat Miriam ins Wiki eingestellt: http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Miriam/AG_Planet

Das schöne an den Piraten ist ja die innerparteiliche Transparenz. Die Ersteller dieses Strukturentwurfs, Simon Engel und Dirk Polly, sitzen gemeinsam im KV Neu-Ulm als Vorstände. Wenn man noch etwas weiter sucht, dann findet man, dass Simon Engel als Vorstandsvorsitzender für den LV Bayern kandidieren will.

Na wer sich kurz vor dem Landesparteitag dermaßen mit seiner Unkenntnis über den bisherigen Gang innerparteilicher Arbeit disqualifiziert, der kann seine Kandidatur eigentlich gleich auch wieder zurückziehen. Schon der Vorschlag, Strukturen von den Grünen übernehmen zu wollen, schockt mich, wenn ich mir vorstelle, dieses auf den Landesvorstand, den gesamten Landesverband und seine Arbeit weiterzudenken!

Außer Strukturierungswillen findet man aber auch nicht viel mehr über den Kandidaten, außer dass er sich für den Landesvorsitz wegen seines Praktikums bei den Grünen für qualifiziert hält und davon ausgeht, dass die Piraten demnächst weißgottwohin noch aufsteigen werden.

Entweder verstehe ich was falsch oder er ist irgendwas zwischen einem politischem Karrieristem, der hier wieder eine Leitersprosse erklimmt, bzw. jemandem mit extremen selbstdarstellerischen Veranlagungen. Abgesehen davon, falls Simon nach dem Schuß in den Ofen doch gewählt werden sollte, ist der KV Neu-Ulm handlungsunfähig, da in der Satzung mindestens 3 Vorstandsmitglieder vorgeschrieben werden (§9a Der Vorstand).

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10 Antworten zu AG’s und die Strukturen…

  1. Roland Köhler schreibt:

    „Wer kurz vor den Wahlen … „: In welcher Form schadet eine Diskussion darüber uns bei den Wahlen? Werden dadurch Wähler abgeschreckt? Und wann stehen wir nicht „kurz vor den Wahlen“?
    „Miriams fundierte Kritik“ enthält für „Fundiertheit“ eindeutig einige tausend Zeichen zu viel. Was aber ist eigentlich Deine Meinung zu den einzelnen Entwurfspunkten?
    Zu den restlichen zwei Dritteln Deines Beitrags möchte ich mich gar nicht erst äußern.

    • loreena1968 schreibt:

      Hallo Roland, ja ich habe die Angewohnheit zu viel zu schreiben, daher auch Link und kurze Zusammenfassung unter dem Link. Programmatische Arbeit braucht Kreativität, Kreativität braucht Freiheit. Diese Strukturen lassen keine Freiheit zu, sondern schreiben vor, wie man sich zu unterteilen hat und was ich nicht nachvollziehen kann, dass der Kontakt nach außen über Koordinatoren erfolgen soll, das bis in die Arbeitskreise. Es wird also mehr Koordinatoren geben, als Leute die was sinnvolles tun. Ach ja und Formalien bremsen ebenso. Es ist keine Zusammenarbeit mit den Piraten aus den Landesverbänden vorgesehen, statt dessen sollen sie sich organisieren wie die AGs und Zuträger spielen. Nur seltsamerweise klappt es in den Landesverbänden mit der programmatischen Arbeit, Verbesserungen sind immer möglich. Die Bundesebene ist es, die krankt. Wer diese Krankheit mit Regulierung bekämpfen will, wird keinen Erfolg haben.

      Dieses ganze Wahlgeschwurbel der Koordinatoren und die Einbindung der Vorstände lässt den Schluss zu, dass hier wieder mal an Alleinvertretungsanspruch gearbeitet wird, vielleicht sogar an Satzungsorgan. Warum ist das für mich so erschreckend? Ich habe mit anderen Piraten Teile des Berliner Wahlprogramm geschrieben. Kannst dich gerne hier durchklicken da wirst du öfters meinen Namen finden. Ach ja, im normalen Leben heiße ich Monika. Wir hatten dafür nicht einmal einen Squad gegründet, sondern einfach ohne Regulierung alle miteinander gearbeitet, offline wie online. Das Problem der AGs liegt in der Inaktivität, nicht in der Struktur, man braucht keinen Bürokratismus, um Anträge fürs Programm zu schreiben, dafür reicht die eigene Überzeugung als Pirat.

      So das war etwas kürzer, vielleicht verstehst du das jetzt. Ich werde mich an der programmatischen Arbeit auf Bundesebene beteiligen, aber nie innerhalb so einer Struktur. Niemals.

      Moni (Miriam)

      • Roland Köhler schreibt:

        Hallo Moni, mein Problem ist genau umgekehrt: Ich schreibe oft zu wenig und kann dadurch leichter missverstanden werden.

        Koordinatoren/Ansprechpartner gibt es bereits jetzt in den AGs, die AKs halte ich nicht für erforderlich. Für mich betrifft dieser Entwurf nur die Koordination zwischen den AGs, Die Arbeit innerhalb und auch außerhalb der AGs sehe ich dadurch nicht betroffen. Selbstverständlich kann ich mich hier irren.

        Formalien: Bereits jetzt gibt es eine Antragskommission und ein Antragsformular, Dieses Formular erleichtert (für mich) das Lesen hunderter Anträge.

        Dieses „Wahlgeschwurbel“ ist sehr missverständlich formuliert. Ob der ganze Punkt erforderlich ist könnte man diskutieren. Aber genau diese Diskussion vermisse ich bei den Reaktionen zu dem Entwurf. Zu einer Diskussion gehört nämlich auch, erst einmal Fragen zu stellen.

  2. ka4015 schreibt:

    Meine Meinung zu dem Antrag:

    Les die Kommentare auf dem Vorstandsportal oder ganz kurz:

    – überflüssig
    – unnötig
    – bürokratisch
    – ohne Sinn.

    Vor den Wahlen schädlich, weil es wichtigeres gibt, als diesen Unfug zu diskutieren.

    • Roland Köhler schreibt:

      Im Gegensatz zu mir hast Du dort bisher keinen Kommentar abgegeben und die Meinungen der paar Anderen kenne ich.

      Wie aber ist DEINE Meinung zu den EINZELNEN Punkten? Außer Deiner Polemik hier.

      • ka4015 schreibt:

        Ich kopiere gerne für dich, weil ich mich diesen Punkten zu 100% anschließen kann!

        „Wenn es zu einem Thema grundlegend verschiedene Meinungen gibt sollten die Leute nicht zusammen arbeiten sondern in zwei konkurrierenden Gruppen die jeweils einen Antrag erstellen. Das verhindert endlos Diskussionen die auf einem unterschiedlichen Weltbild beruhen und nicht mit Logik/Argumenten gelöst werden können.“

        „“Ein weiteres Problem ist, das es selbst unter den einzelnen programmatisch arbeitenden AG`s keine Abstimmung untereinander gibt.” Falsch, auch wenn es sicherlich zwischen einigen AGs so ist. In anderen Bereichen gibt es aber sehr wohl Austausch, zB Energiepolitik, Umwelt und Bauen & Verkehr. Es ist ein Punkt der ehr mit dem Ego der Mitmacher abhängt..“

        „Und was soll die Wahl durch den BUVo/ LaVo? Und ehrlich, es gibt nur ganz wenige die überhaupt 2 Jahre bei einem Thema wirklich aktiv bleiben. Wir müssen die Motivation konstruktiv zu arbeiten steigern und ein Miteinander etablieren, – keine Bürokratie, die Energie raubt und demotivierend wirkt.. und die Aufteilung der 3-5 wirklich aktiven in AKs… da schweig ich jetzt mal ganz laut.“

        „bei diesem Vorschlag möchte Jemand das Rad neu erfinden der offensichtlich keinerlei Ahnung von der realen AG-Arbeit in dieser Partei hat und noch nie in der Koordinatorenkonferenz war. Viele auf reinen Annahmen basierenden Vorschläge sind daher leider schlichtwegs falsch. Ich empfehle den Besuch der 14-tägigen Koordinatorenkonferenz;)“

        „ein rein hierarchische Struktur ist bei den PIRATEN nicht sinnvoll und wird auch nicht in der Breite unterstützt, außerdem birgt es die Gefahr, dass diese Offenheit und die Möglichkeit für jeden Bürgen einfach mitzumachen verliert“

        „Meine Meinung uzm Ergebnis: Als “Internet”-Partei sollten wir uns eher überlegen, wie mn die AGs “vernetzen” kann, anstatt sie in eine (grüne) Baumstruktur zu pressen! Bei der Ausarbeitung helfe ich gerne mit, wenn sich noch 1-2 andere Menschen mit Grundkenntnissen in Netzwerk-Kommunikationstheorie finden. 🙂 “

        „Dieses PDF liest sich in meinen Augen wie “Formalfickerei”. Mal davon abgesehen, dass der Text wegen des massenhaften Verwendens des sogenannten “Deppenapostrophs” (für mich) nicht flüssig lesbar war, enthält er aus meiner Sicht auch unglaublich viel Bremsen für die programmatische Arbeit.“

        „Naja, lieber die Prozesse in der Partei sich generisch entwickeln lassen – auch aus gemeinsamer Erfahrung heraus als “es darf nur so und nicht anders sein”.“

        „Er enthält recht viele Formalismen, was mich abschreckt und auch ein wenig an dieses eine Diagram von der Programentwicklung bei den Grünen erinnert, was mal kursierte und viel Spot auf sich zog.“

        „Herrlich. Die strukurelle Piratenfront streitet mit der piratigen Strukturfront darum, wer den Einzig Wahren Strukturgedanken innewohnen hat. Und nebenan holen die Berliner Piraten, ganz ohne selbstlegitimierte Selbsthilfegruppen zur innerparteilichen Struktur-Masturbation, mal eben 5% und ziehen ins Abgeordnetenhaus ein. In diesem Sinne: Weitermachen meine Herren und Damen Koordinatoren und Strukturatoren!“

        „Lasst AGs so arbeiten, wie sie wollen.
        – Wenn Leute nicht miteinander arbeiten wollen, werden sie sich auch nicht dazu zwingen lassen (und deren – oftmals weltfremde – Anträge haben ohnehin auch kaum Chancen auf Akzeptanz).
        – Warum sollte ein Vorstand das Recht haben, AG-Koordinatoren/Ansprechpartner per Veto zu verhindern?
        – Gegen Pöstchentum
        – Gegen ineffektiven Formalismus und unnötigen Satzungs- und Statutenkram. Ich persönlich würde NIEMALS in einer AG mit einer eigenen Satzung o.ä. mitarbeiten.“

        „Ich kopiere noch mal – leicht geändert – meine Antwort von der Hessischen ML hierher, denn so ein Konzept hat so grundsätzliche Fehler, dass darauf öffentlich hingewiesen werden muss. So ein Konzept ist wie das Pferd von Hinten aufzäumen. Erstmal brauchst du Leute, die freiwillig innerhalb einer AG arbeiten. Wenn die dann loslegen, dann arbeiten die auch ohne fester Struktur. Eine AG gründet sich wegen einer Idee. Um diese Idee finden sich Leute, die diese ausarbeiten wollen. Wenn es jetzt aber zu Meinungsdifferenzen innerhalb der AG kommt, dann sind die nicht einfach beizulegen. Besser ist es hier sich abzuspalten und eine eigene AG aufzumachen und das Thema aus seiner Sicht zu bearbeiten. Das Zusammenfassen funktioniert nicht, weil da Menschen arbeiten sollen und nicht Maschinen. Menschen haben persönliche Sichten auf das Leben. Einige Menschen können einfach nicht zusammenarbeiten. Ich habe mir lange genug die AG Bildung angeschaut. Dort kam es zu kaum produktiver Arbeit, weil sich immer 2-3 Flügel gegenseitig bekriegt haben. Deshalb sind zusammengefasste politische AGs, wie einige sie sich erträumen, einen Totgeburt. Ein relativ radikaler Weg wäre es zu verbieten, dass politische AGs “AG” heißen dürfen. Damit gäbe es nur noch offizielle AGs (IT, Web, Presse, …, was im neuen Entwurf SG heißen soll). Alles andere sind dann nur noch Vereinigungen von Piraten um Themen gemeinsam auszuarbeiten und um Neulingen als Wegweiser zu dienen, wo sie mitarbeiten können. Es muss aber klar sein, dass da Menschen arbeiten und dass man jederzeit eine neue Gruppe aufmachen kann, wenn einem die Ansichten nicht passen. Und auf der anderen Seite muss es den “Vereinigungen” möglich sein Leute zu kicken, die nur nerven. Wer stänkert fliegt. Das ist auch gar kein Problem, denn so eine Vereinigung hat keinerlei Kompetenz innerhalb der Partei. Sie sind nur Zusammenschlüsse von Menschen. Ich hoffe, ich konnte jetzt verständlich darlegen, warum es nicht funktioniert eine Maschine erschaffen zu wollen, die das regelt. Das wäre nur wieder der Versuch mit Technik ein soziales Problem zu lösen.“

        usw…

        Die Einreichungsfrist ist ungefähr genau das richtige Maß an Formalismus was wir für Bundesparteitage oder so brauchen.

  3. Roland Köhler schreibt:

    Danke, das konnte ich alles bereits lesen.

    Zu Deinem letzten Absatz: Kennst Du „http://wiki.piratenpartei.de/Spezial:AddData/Sonstiger_Antrag_BPT“? Das ist Formalismus. Jetzt schon und schon länger. Oder hast Du Dich mit den Anträgen zum BPT noch nie beschäftigt?

    Keine Angst, für mich ist hier EOT!

    • ka4015 schreibt:

      Ich glaube nicht das ich bestehende Formalismen in Schutz genommen habe!

      Weil es Formalismen gibt, muss man nicht noch mehr schaffen – oder?

      • Roland Köhler schreibt:

        Formalismus ist auch schon, sich regelmäßig zu Telkos, Mumblesitzungen oder RL-Treffen (Stammtisch) zu verabreden. Je mehr Personen an einem Ziel arbeiten um so sinnvoller ist eine gewiss Abstimmung untereinander. Und das ist Formalismus.

        Auch sind hunderte Anträge leichter zu lesen, wenn diese eine einheitliche Struktur in der Darstellung haben. Oder wie sagt man es im Nutznetz: Der Aufwand, den ein Schreiber in die Gestaltung seines Textes steckt, erspart hunderten von Lesern zusätzlichen Aufwand beim Lesen.

      • ka4015 schreibt:

        Das sind Formalismen und Arbeitsregeln, die sich die frei findenden Gruppen selbst geben. Da möchte ich gar keiner Gruppe irgendeine Vorschrift machen. Sie können sich auch meinetwegen jeden Montag im Flugzeug der Lufthansa Frankfurt-Hongkong treffen, wenn sie wollen.

        Abstimmung ist immer sinnvoll. Aber Abstimmung muss nicht formalistisch sein. Ich kenne AGs, bzw. arbeite darin mit, in denen es keine formalistischen Abstimmungen gibt. Wenn was anliegt ruft man sich an, twitter-DMd sich oder schreibt sich ne Mail – ganz ohne Formalismen wie große Wikibauwerke, Mailinglisten, Teampads usw.. So zu arbeiten macht die Sache zwar schwer nachvollziehbar, aber AGs haben ja praktisch kein Recht, für die Partei zu sprechen, insofern müssen die Positionen erstmal einen Parteitag durchlaufen.

        Lass jede AG, und auch wenn es praktischerweise nur noch Einzelpersonen sind, nach seiner Facon arbeiten und Positionen erstellen. Wenn der Output dann am Parteitag für sinnvoll erachtet wird, ist es doch egal, ob das nun in einer Vorlage oder nicht eingereicht wurde.

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