freiwillige und leistungsorientierte Bezahlung von Vorständen

Nachdem ja die letzte Zeit ein wenig Shitstorm um die gerechte Bezahlung von Vorständen losgegangen ist, möchte ich mal einen kleinen Stubs an die grauen Zellen all jener geben, die nur an eine feste Bezahlung denken, unter anderem an den NRW Spitzenkandidat, dem dieser text ganz besonders gewidmet ist.

Wie wäre es, wenn die Piraten sich die Tugenden der FDP zu nutze macht?!? „Leistung muss sich lohnen!“ – schon mal wer davon gehöhrt? Also warum bitte nicht ein System, bei dem die Basis über den Lohn entscheidet?

Das funktioniert bei Flattr doch genauso, will ich mit einem Blog wirklich Geld verdienen, muss ich diesen verbreiten und verdammt gute Blogbeiträge verfassen. Übertragen auf die Politik: Will ich ein gutes Vorstandsgehalt, muss ich gute Arbeit machen!

Wenn man das nun noch etwas weiter betrachtet, dann ist Flattr eine freiwillige Leistung, eine Leistung, genauso wie der Blogbeitrag oder anderer Inhalt freiwillig erstellt wurde.

Und ja, genau das will ich! Ich will einen BuVo, der freiwillig und ehrenamtlich arbeitet. Ich will einen Landesvorstand der ehrenamtlich und freiwillig arbeitet und ich will Bezirks- und Kreisvorstände, die freiwillig und ehrenamtlich arbeiten. Alle zusammen geben der Partei Gesichter, sind Personen, die einen Teil Ihrer Privatsphäre zu gunsten der Parteiarbeit aufgeben. Als ehemaliger Vorstand wurde ich letzte Woche noch in der BOB angesprochen, da mein Gesicht lokal immer noch mit „Piratenpartei“ verknüpft ist, auch wenn mir Personenkulte nicht gefallen.

Andererseits möchte ich nicht, dass irgendein Vorstand seine Arbeit nicht machen kann, da er dafür unter Umständen nur mehr an 4 Tagen arbeitet, weil er vielleicht nur mehr Teilzeit arbeitet oder weil er vom aktiven Geschäftsführer sich nur mehr auf den Besitz von Anteilen an seiner Firma beschränkt, da das Spagat von Parteiarbeit und Firma vielleicht nicht weiter unter einen Hut passt. Die erbrachten Opfer sind individuell. Die „Verdienstausfälle“ und die dadurch entstandenen Existenzlöcher noch individueller.

Es ist daher aussichtslos, zu versuchen, das alles unter einen gerechten Hut zu bringen. Es ist aussichtslos zu versuchen, eine gerechte Regelung zu finden, die gleichermaßen die Vorstände entschädigt und keine Motten anzieht, die nur um den garantierten Batzen Geld herum kreisen.

Wir haben sehr stark über LiquidDemocracy nachgedacht, Tools entwickelt, Tools eingeführt und ausprobiert. Ist das alles was die Piratenpartei mit Internet und Politik zusammen einfällt? Warum sollte man nicht ein „Basiseinkommen“ für Vorstände entwickeln, welches auf Basisbestimmtheit und somit einer Schwarmintelligenz hinsichtlich der Honorierung von Leistungen aufbaut? Natürlich muss man dabei auf Transparenz achten um Missbrauch vorzubeugen, aber das ist kein Hindernis, sondern nur eine Herausforderung!

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6 Antworten zu freiwillige und leistungsorientierte Bezahlung von Vorständen

  1. xanu schreibt:

    wenn man soviel Freiwilligkeit ohne Bezahlung erwartet, können nur materiel Begünstigte Mitglieder verantwortliche Jobs machen. Wollen wir einen neuen Adel haben?

  2. Anonymous schreibt:

    Also die Vorstände sollen per Pay-As-You-Wish bezahlt werden.

    Ich halte viel von dieser Idee.

    Allerdings sollten wir auch darüber nachdenken, wohin die Macht bei so einem System gehen würde. Z. B. könnte es passieren, dass Firmen dann versuchen, direkt Einfluss auf Vorstände zu nehmen, indem sie ihnen Geld geben. Und wenn das schief läuft, dann sind wir am Ende womöglich die FDP.

    Allerdings kann ich mich nicht daran errinnern, dass es jemals versucht worden wäre, Politiker per Pay-As-You-Wish zu bezahlen. Daher wäre die Idee einen Versuch wert. Es müsste aber eine Möglichkeit geben, das System auch wieder abzuschaffen, wenn es nicht funktioniert.

    • ka4015 schreibt:

      ja, ich gebe dir Recht, dass man dann gegebenenfalls in die Richtung kommt. Aber wenn man das System so ausgestalltet, dass derjenige, der das Geld bekommt entweder nicht seinen Geber kennt oder dass es so ausgestaltet wird, das jeder die Geldströme sehen kann (Transparenz) halte ich eine Wiederholung der FDP-Geschichte für ausgeschlossen.

  3. Lars! schreibt:

    Wenn wir über die Bezahlung des Vorstandteams abstimmen, hat das bestimmt Teamplay-Vorteile als wenn wir die bezahlung für jeden Einzeln festlegen.

  4. Doris schreibt:

    wird auch bei euch nicht hinhauen, denn sowie Geld im Spiel ist, kommt es zu Neid Reaktionen und bei Offenlegung noch viel schlimmer. Es sollte alles in einen Topf gehen und derjenige, der es braucht, sollte es bekommen, damit er weiter einen freien Kopf hat für die Sache einzutreten. Alle entscheiden wieviel derjenige bekommt, der es braucht, wenn er für die Partei arbeitet. So bleibt es transparent und alle haben weiter ein Interesse weiter zu machen. Wenn die Piraten, Piraten sein wollen, heben sie sich damit von allen anderen Parteien erheblich ab.

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